Eisenmangel im Sport - Diagnose, Therapie und Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit
(Iron deficiency in sports - diagnosis, treatment, and effects on athletic performance)
Ein Eisenmangel und eine Eisenmangelanämie sind Gesundheitsprobleme weltweit, die in der täglichen klinischen Praxis häufig diagnostiziert werden. Ein Eisenmangel trägt als ein wichtiger Faktor zur weltweiten Krankheitslast bei. Ein Eisenmangel betrifft vor allem Kinder, prämenopausale Frauen und Menschen jeglichen Geschlechts, welche in einkommensschwachen Ländern und in Regionen mit schlechter Ernährungssituation leben. Ein Eisenmangel entwickelt sich in drei aufeinander folgenden Stadien: Im ersten Stadium sind lediglich die Eisenspeicher in den retikuloendothelialen Zellen des Knochenmarks, der Leber und der Milz betroffen und zeigen sich erschöpft; dieses Stadium wird als Eisenspeicherverarmung bezeichnet und geht mit einem Abfall des Serumferritins einher. Das zweite Stadium ist durch ein vermindertes Transporteisen und eine reduzierte Eisenversorgung der Zellen mit verringerter Transferrinsättigung gekennzeichnet. Diese beiden Stadien des Eisenmangels ohne Anämie werden als präanämischer latenter Eisenmangel oder eisenmangelassoziierte Nicht-Anämie bezeichnet. Das letzte Stadium des Eisenmangels ist durch einen Abfall der Hämoglobinsynthese aufgrund einer unzureichenden Eisenversorgung gekennzeichnet, was schließlich in einer Eisenmangelanämie resultiert. Eisen ist ein entscheidender Baustein für viele physiologische biologische Funktionen des menschlichen Körpers, insbesondere für das Atmungs- und Blutzellsystem mit Sauerstofftransport, Energieproduktion, DNA-Synthese sowie Zellproliferation. Ein Eisenmangel umfasst die verminderte Auffüllung der Eisenspeicher, die entweder in eine manifeste Eisenmangelanämie übergeht oder auch ohne Fortschreiten als Eisenmangel ohne Anämie bestehen bleiben kann. Während in Entwicklungsländern ein Eisenmangel meist durch unzureichende Nahrungsaufnahme, Blutverluste infolge von Wurmbesiedelungen im Darm oder eine Kombination aus beiden Umständen verursacht wird, sind in einkommensstarken Ländern vor allem veränderte Ernährungsgewohnheiten (insbesondere vegane oder vegetarische Ernährung bzw. Verzicht auf rotes Fleisch), Krankheiten und pathologische Zustände wie chronische Blutverluste oder Malabsorption im Zuge einer alternden Bevölkerung die Haupttreiber für den Eisenmangel. Obwohl eine Eisenmangelanämie die wichtigste, jedoch nicht die einzige Folge eines Eisenmangels darstellt, treten klinische und funktionelle Einschränkungen im menschlichen Körper bereits vor dem Eisenmangelanämiestadium auf. Ein Eisenmangel wird häufig bei Ausdauersportlern festgestellt; ein wichtiger Mechanismus bei der Entstehung des Eisenmangels sind Hämolyse, Blutverluste und leichte Entzündungen infolge von intensivem Training und wiederholtem Bodenkontakt, wodurch sich Eisenverluste über verschiedene Wege ausbilden können. Andere Faktoren eines Eisenverlustes sind vermehrtes Schwitzen, Hämaturie, gastrointestinale (Mikro-)Blutungen, Hämodilution und Umverteilung des gespeicherten Eisenvorrats, vermehrter Eisenbedarf, verminderte Eisenaufnahme, und Sequestration, in Kombination mit genetischen Determinanten (verschiedener Anämietypen). Studien legen zudem eine Verbindung zwischen dem Vitamin D- und Eisen-Stoffwechsels nahe. Eisen ist ein wichtiger funktioneller Bestandteil des Sauerstofftransports und der Energieproduktion des Menschen und ein kritisches sowie essentielles Mikronährstoffelement für die sportliche Leistungsfähigkeit von Athleten. Während die Eisenmangelanämie stark mit einer reduzierten sportlichen Leistungsfähigkeit assoziiert ist; ist der Einfluss
von Eisenmangelzuständen ohne oder mit nur leichter Anämie weniger eindeutig belegt, und die Studienlage zeigt sich hier widersprüchlich.
© Copyright 2026 39. & 40. Internationales Triathlon-Symposium Münster 2024 / Leipzig 2025. Published by Feldhaus, Ed. Czwalina. All rights reserved.
| Subjects: | |
|---|---|
| Notations: | biological and medical sciences |
| Tagging: | Eisenmangel |
| Published in: | 39. & 40. Internationales Triathlon-Symposium Münster 2024 / Leipzig 2025 |
| Language: | German |
| Published: |
Hamburg
Feldhaus, Ed. Czwalina
2026
|
| Series: | Triathlon und Sportwissenschaft, 31 |
| Pages: | 127-137 |
| Document types: | article |
| Level: | advanced |