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Unsicherheitsfaktor EMD - die Auswirkungen unterschiedlicher Analyseverfahren und Möglichkeiten der Verbesserung

Es gibt wohl kaum eine andere Größe in der Biomechanik, bei der so unterschiedliche Werte ermittelt und veröffentlicht werden wie bei der elektromechanischen Verzögerung (EMD), d.h. der Zeitspanne zwischen elektrischem Signal (EMG) und zugehöriger mechanischer Antwort (Kraft). So reichen die EMD-Werte z.B. von 22-74 ms bei der Oberarmmuskulatur bzw. von 30-118 ms bei der vorderen Oberschenkelmuskulatur. In Anbetracht dieser immensen Unterschiede sind zwei Konsequenzen zu ziehen. Zum einen sind Aussagen zu Muskelaktivitäten bei Bewegungsanalysen, die unter Zuhilfenahme der EMD gewonnen werden, zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur mit äußerster Skepsis zu betrachten. Zum anderen gilt es, die Ursachen für diese Unterschiede herauszufinden. Liegen sie in der Größe selbst begründet, so sind wenn möglich für die verschiedensten Fälle Kennlinien aufzustellen, die bei Bedarf abgerufen werden können. Liegen sie jedoch in den angewandten Methoden begründet, so gilt es, die Fehlerquellen aufzudecken und abzustellen sowie das Verfahren zu standardisieren. Dies scheint bei der Bestimmung der EMD erforderlich zu sein. Denn analysiert man die selben Ursprungsdaten mit unterschiedlichen Verfahren, so zeigen sich große Differenzen in den resultierenden EMD-Werten. Als besonders zeitkritische und im Verfahren begründete Einflußgrößen hierbei sind a) die bei der Aufzeichnung von EMG und Kraft eingesetzten analogen Filter und b) die zur Bestimmung der Anfangs- bzw. Endzeitpunkte von EMG und Kraft festgesetzten Schwellenwerte zu nennen. Die abschließend zur Diskussion gestellten Lösungsmöglichkeiten führen zu deutlich niedrigeren EMD-Werten, die wiederum Anlaß dazu geben, die bestehende Definition der EMD grundlegend zu überdenken.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Naturwissenschaften und Technik
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 1998
Dokumentenarten:Kongressband, Tagungsbericht
Level:hoch